Das Boot
Für unser Projekt verwenden wir ein fertiges ca. 4 m langes
Segelboot. Dieses ist innen mit Schaum ausgefüllt, sodass es nicht sinken kann.
Durch einen speziellen Kiel, der die Lage des Schwerpunktes weit nach unten
verlagert, kann es sich aus jeder Kipplage wieder aufrichten.Dieses Boot
statten wir mit der Technik aus, die es benötigt, um selbstständig die
vorgegebene Route über das Meer fahren zu können.
Alle Abläufe die es auf dem Boot gibt müssen automatisiert
werden, da ein manuelles Eingreifen auf hoher See nur mit erheblichem Aufwand
möglich wäre. Um den rauen Ansprüchen auf hoher See gerecht zu werden, werden
die wichtigsten Systeme deshalb von uns redundant aufgebaut.
Das Segel und das Ruder werden von zwei Aktoren angetrieben
und können so automatisch in eine vorgegebene Position gebracht werden. Dabei
werden diese mechanischen Komponenten besonderen Beanspruchungen durch
Salzwasser und Wind ausgesetzt und dementsprechend robust von uns konstruiert.
Es ist allein anhand dieser beiden Aktoren möglich, jedes nötige Manöver
auszuführen.
Um die Manöver zu berechnen, ist eine Vielzahl von Daten
nötig. Diese werden von Sensoren über ein Bussystem intern an einen Computer
weitergegeben, der sie auswertet. Alle rechenintensiven Steueraufgaben werden
dort bearbeitet und die berechneten Befehle an die Aktoren werden an diese
zurückgeleitet. Die wichtigsten zur Verfügung stehenden Sensordaten sind:
Position (GPS), Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Fahrtrichtung (Kompass)
sowie Segel- und Ruderstellung.
Eine besondere Schwierigkeit ist das Verhindern von
Zusammenstößen mit anderen Schiffen und Booten. Diese müssen erkannt werden und
unser Boot sich angemessen verhalten.
Viele Schiffe senden Informationen über ihre eigene Position
und Fahrtrichtung in regelmäßigen Abständen über Funk aus. So ist ein
Ausweichen frühzeitig möglich. Unser Boot wird zusätzlich zu diesen
Standardinformationen einen Hinweis darüber aussenden, dass es unbemannt ist.
Weitere Maßnahmen zur Verhinderung von Kollisionen sind
natürlich das Meiden vielbefahrener Routen und die Erhöhung der eigenen Sichtbarkeit
durch Radarreflektoren und Leuchtsignale.
Natürlich ist es wichtig, dass obwohl das Boot unbemannt und
autonom fährt, mehrere Funksysteme zur Verfügung stehen zu haben, sodass
Positionsdaten, Statusinformationen und Softwareänderungen übertragen werden
können. Dabei ist es uns auch möglich, wenn keine Verbindung zu
Empfangsstationen am Boden errichtet werden kann, die Positionsdaten über den
Umweg eines Satelliten zu empfangen.
Auf dem Boot selbst werden die elektrischen Komponenten mit
Solarenergie versorgt. Da aber die Größe der Solarzellen durch die
Bootsabmessungen begrenzt ist, müssen alle Systeme sehr energiesparend
ausgelegt werden.
Wir können uns auch vorstellen, das Boot mit weiteren Sensoren auszustatten, um mehr Umweltinformationen zu sammeln.